Die großen Bäume
Ein Hörspiel für Kinder ab 8 Jahren
nach einer Geschichte von Paul Scheerbart aus dem Jahre 1912
in einer
Bearbeitung von Nils Willers
An einem Sommertag macht der Großvater mit seiner Enkelin Junis einen
Waldspaziergang.
Auf dem Weg entdecken sie Tiere und Pflanzen, aber auch viele tote Bäume. Die
Trockenheit und der Borkenkäfer haben empfindliche Lücken gerissen.
Als sie sich auf eine Bank an der schönen Aussicht setzen, beginnt der Großvater, die
Geschichte des kleinen Asteroiden Juno zu erzählen, der von riesigen und sehr
besonderen Bäumen besiedelt wird. Mit ihren Denkorganen, die in ihren Wurzeln sitzen,
denken sie ständig über ihre Vergangenheit nach, denn sie sind davon überzeugt, dass sie
früher ein ganz anderes Leben geführt haben.
Aber sie können sich nicht erinnern, soviel sie sich auch anstrengen, bis eines Tages dem
größten Baum in der Mitte der Juno Bratengeruch in seine Porennase steigt und ihm
plötzlich alles wieder ein fällt.
Sprecher*innen
Großvater – Nils Willers
Junis, Enkelin – Anna Borsdorf
Musik
Max Klör
Illustration und Design
Eva Marina Burckhardt
Sounddesign
Janne Gruhn
Aufgenommen im Wiggly Air Studio, Detmold, 2022
Fotos: @Tobias Rägle
Paul Scheerbart (1863 – 1915)
lebte als Dichter in Berlin und versuchte, das Perpetuum mobile zu erfinden.
Zeitlebens hatte er wenig Geld, aber dafür viel Humor.
Er hat Romane, Theaterstücke und Geschichten geschrieben, die auf dem Mond und dem
Jupiter spielen oder sogar in ganz anderen Welten.
Paul Scheerbart war ein Phantast und ein Prophet. Die Glasarchitektur hat er
vorausgesehen, den Luftkrieg auch und sonst noch allerlei.
Scheerbart war verheiratet mit Anna Scheerbart, die er Onkelchen nannte, von den
Freunden wurde sie „Bär“ gerufen.
Paul Scheerbart starb am 15. Oktober 1915. Der Dichter Walter Mehring behauptete, er
sei an Entkräftung gestorben: Er habe als überzeugter Pazifist aus Protest gegen den
Ersten Weltkrieg jede Nahrungsaufnahme verweigert.